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UWE WITTSTOCK
Karl Marx beim Barbier

Leben und letzte Reise eines deutschen Revolutionärs

Blessing Verlag, 20 Euro. Erscheint am 5.März 2018

Am 18. Februar 1882 besteigt Karl Marx in Marseille den Dampfer »Said« und verlässt zum ersten Mal im Leben Europa. Am Kai von Algier nimmt ihn Albert Fermé in Empfang, der sich in der Pariser Kommune engagiert hatte. Doch an politische Kämpfe ist für Marx nicht mehr zu denken. Den Tod seiner Frau Jenny drei Monate zuvor hat er nicht verwunden, und das wärmere Klima kann seine chronische Rippenfellentzündung nicht kurieren.

Uwe Wittstocks Buch erzählt nicht nur von dem Philosophen Karl Marx, sondern auch von dem Privatmann: Zum Beispiel, dass der große Ökonom Marx nicht mit Geld umgehen konnte, dass er viele Bücher begann, aber enorme Probleme hatte, die zu beenden, und dass er anderen Sozialisten gern vor den Kopf stieß.

Außerdem erzählt Wittstock von dem Bart, den Marx trug, von seinem mächtigen Vollbart, den er zum Erkennungszeichen machte wie Angel Merkel ihre Raute oder Donald Trump seine gelbe Haarlocke. Denn Marx ging in Algier zum Barbier und hat sich zum einzigen Mal im Leben rasieren lassen. Er wurde zu jemandem, der auf keinem der vielen Marx-Porträts zu entdecken ist: Zu einem Karl Marx mit glatt rasierten Wangen.

Das Buch "Karl Marx beim Barbier" ist eine Einladung das Frühjahr 1882 mit Marx in Nordafrika zu verbringen, sich seine ganze Biografie vor Augen führen zu lassen und der Frage nachzugehen, weshalb ein Mann, der seinen Prophetenbart lebenslang pflegte, sich ein Jahr vor seinem Tod rasieren ließ.

Möglicherweise aus philosophischen Gründen?

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